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Vergiftet Glencore-Mine Kinder mit Schwermetallen?

Die Behauptung:
«Glencore-Mine vergiftet Kinder mit Schwermetallen.»

Quelle:
Offizielle Website des Vereins Konzernverantwortungsinitiative

Balken KOVI Faktencheck Falsch Richtig
 

Der Faktencheck:
Der Verein Konzernverantwortungsinitiative prangert auf seiner Website einen vermeintlichen Skandal rund um den Schweizer Rohstoffhändler Glencore an. In Cerro de Pasco (Peru) sind Luft und Wasser mit Schwermetallen vergiftet. Der Schuldige ist schnell gefunden: «eine riesige Glencore-Mine». Für die Kinder haben die Bleivergiftungen dramatische Folgen: «Blutarmut, Behinderungen, Lähmungen». Deshalb der markige Titel: «Glencore-Mine vergiftet Kinder mit Schwermetallen.»

Dass Luft und Wasser durch die Mine belastet sind, ist erwiesen, nicht zuletzt durch entsprechende Berichte auf BBC und ARD. Allerdings unterschlagen die Initianten den historischen Hintergrund dieser Geschichte. Die Mine gehört seit rund hundert Jahren dem peruanischen Staat und wurde von unterschiedlichen Unternehmen betrieben. Erst 2017 – also vor drei Jahren – übernahm Glencore die Mehrheit.

Der Konzern versucht seither, die Mine zu sanieren. Dass eine solche Sanierung nicht von heute auf morgen Wirkung auf die verschmutzten Elemente haben kann, liegt auf der Hand. Deshalb ist auch der Vorwurf der Initianten auf der Website fragwürdig, dass Glencore versuche, «sich aus der Verantwortung zu stehlen mit der Behauptung, dass die extremen Verschmutzungen historisch bedingt seien und dass die Mine nun keine Umweltstandards mehr verletze». Denn bis solche Massnahmen Wirkung zeigen, braucht es schlicht mehr Zeit. Und ein Unternehmen für Schäden verantwortlich zu machen, die jahrzehntelang von anderen Parteien verursacht wurden, ist unfair – und zeigt nicht zuletzt eine der Gefahren der Konzern-Verantwortungs-Initiative auf.

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