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Zerstören Jobs auf Plantagen viele alte Einkommensmöglichkeiten, gerade in der Landwirtschaft?

Die Behauptung:
«Doch wenn man genauer hinschaut, zum Beispiel auf Ölpalmplantagen, sieht man, dass diese neuen Jobs viele alte Einkommensmöglichkeiten zerstören, gerade in der Landwirtschaft. Kommt hinzu, dass die Löhne oft sehr tief und die Arbeitsbedingungen problematisch sind. Diese Idee von Entwicklungszusammenarbeit zerstört die Möglichkeit der Menschen, aus eigener Kraft zu überleben.»

Quelle:
Broschüre von «Brot für alle»

Balken KOVI Faktencheck Falsch Richtig
 

Der Faktencheck:
Genau hinschauen heisst auch, die Feldforschung ernst zu nehmen. Zumindest gewisse Teile der publizierte Feldforschung zeigt ein anderes Bild: Die traditionellen Einkommensmöglichkeiten im informellen Sektor schaffen wenig Arbeitsplätze. Ausserdem haben die dort tätigen Kleinstunternehmen meist keinen Zugang zu neuem Wissen und neuen Techniken, erhalten keine Investitionen und sind somit auch nicht in der Lage, neue Märkte für lokale Bedürfnisse zu generieren (Aerni, P. 2016. Coping with Migration-Induced Urban Growth: Addressing the Blind Spot of UN Habitat. Sustainability 8(8), 800 doi:10.3390/su8080800). Die Schaffung von Arbeitsplätzen in Plantagen mag kurzfristig die Einkommen der lokalen Bevölkerung leicht verbessern. Langfristig muss ein Land aber in die Diversifizierung der Wirtschaft investieren, denn irgendwann wird es ein Substitut für Palmöl geben, dass die gleiche Qualität hat, jedoch billiger und nachhaltiger ist.

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Die von den Initianten gerne verteufelte Globalisierung hat innerhalb von 40 Jahren dazu geführt, dass die Armut weltweit von 40 auf 10 Prozent gesunken ist. Es ist darum unsinnig, alle international tätigen Firmen unter Generalverdacht zu stellen und ihnen eine aufwändige Sorgfaltsprüfung aufzuerlegen, mit der sie im Voraus beweisen müssen, keine Produkte von fragwürdiger Herkunft zu verwenden.